Susanne und Michael Barfuß:

Eine Woche bei H.E.L.G.O. e.V. in Tikiapara/Howrah/Kolkata

Unsere Berufstätigkeit zuhause erlaubte es uns im März 2014 nur zwei kurze Wochen in Indien zu verbringen.

 

Wir hatten den MitarbeiterInnen des H.E.L.G.O. Child Labour Projektes im Herbst 2013 versprochen, bald wieder zu kommen, um Workshops für die LehrerInnen und für die SozialarbeiterInnen zu geben…

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Gesichter

... ein weiterer Bericht von Albert Schneider

Ein Bericht von Albert Schneider, der im Februar 2012 das Projekt in Kalkutta zum zweiten Mal besucht und sich vorgenommen hat, über das Leben einzelner Kinder von H.E.L.G.O. zu berichten

Ich habe mir vorgenommen viele Kinder und deren Familien zu besuchen und mir ein Bild von deren Leben zu machen. Darüber möchte ich berichten – Pünktlich, nachts um 1.00 h setzt die Maschine auf der Landebahn des internationalen Flughafens in Kolkata auf. Die Passagiere werden mit Bussen vom Flugzeug zur Ankunftshalle gefahren. Lange Warteschlangen bilden sich vor der Pass- und Zollkontrolle. Ich habe Zeit mir die Ankunftshalle anzusehen: sie ist klein, alt und sieht sehr heruntergekommen aus. In den Toiletten möchte ich mich keine Sekunde länger aufhalten

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Besucherbericht von Albert Schneider
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Ein Besuchsbericht von Albert Schneider

Januar 2011

 

Was ist Kalkutta, das heute offiziell Kolkata heißt? Ein Moloch mit 11, 13 oder gar 15 Millionen Einwohnern? Egal, eine oder zwei Millionen Menschen mehr oder weniger spielen hier gar keine Rolle. Viele Menschen haben keine Identitätspapiere geschweige denn eine Geburtsurkunde. Keiner weiß genau, wie viele Menschen in den Slums oder auf der Strasse geboren wurden und dort leben.

 

Kalkutta ist ein ungeheuerliches Monster von grotesker Hässlichkeit, bedeckt mit Staub, Schmutz, Schweiß, Fäkalien und Müll. Wie eine Dunstglocke liegt ein übelriechendes Gemisch aus Abgasen, Ausdünstungen, Urin und Kot über der Stadt.

 

Smog und Feinstaubbelastung, wie sie bei uns gemessen werden, sind hier

vollkommen unbekannt. Kalkutta ist laut. Der von manchem vielleicht noch als angenehm empfundene Gesang der Muezzin in der Frühe, laut hupende und knatternde Autos, Motorrikschas, Motorräder, Busse und LKWs, Motorgeräusche von Generatoren und das Geschrei von Verkäufern, die ihre Ware lauthals feilbieten: All das vereinigt sich zu einer einzigen Geräuschkulisse, die mit etwas Glück zwischen 0.00 h und 4.00 h nachts leicht abklingt. An Feiertagen können Musik und Ansprachen aus überlauten Lautsprechern aber durchaus auch bis morgens früh um 5.00 h ertönen. Diese unangenehme Mischung aus Geräuschen, Gerüchen, Gedränge, Bildern und Menschen erschrecken…

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Besuchsbericht Albert Schneider - Ein Pa
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Bericht „weltwärts“-Freiwilligen (2009/10) Simon Sperling nach einem Jahr Kalkutta

Mein Jahr in Indien:

Spät abends kam ich zusammen mit meinem Mit-Freiwilligen Sebastian am Flughafen in Kalkutta an und wurde gleich von dem Wagen, der uns abholen sollte, überrollt ... Gott sei Dank nur emotional. Das Auto war nämlich vollgepackt mit Indern, die uns (bis auf einen), zwar noch nie gesehen hatten, uns aber trotzdem mit voller Freude Blumenkränze über den Kopf warfen und mit Rosen bestückten. Verstörend ging es weiter, als das randvolle Vehikel in Richtung künftige Heimat brauste, denn Verkehrsregeln schien es hier nicht zu geben. So erfuhr ich z.B. gleich, dass das Rot der Ampeln lediglich der Straßenbeleuchtung und die durchgezogenen weißen Linien nur als Verzierungen auf dem sonst so monotonen Asphalt dienen. Das war allerdings noch harmlos im Vergleich zur Ankunft an der Projektstelle selbst. Nach dem Verlassen des Autos ging es nämlich direkt über die engen Gassen des Slums weiter, wo ich zahlreiche Kinderhände schütteln durfte, durch einen fast schon spaltartigen Hauseingang, der mich dann in ein dunkles geländerloses Treppenhaus führte, das zur Straße hin offen war und aus unbedecktem grauem Beton bestand. Einige Stufen später wurden wir dann vorbei an dem großen blauen HELGO NORTH POINT Schild und den Büroräumen der NGO zu unseren Zimmern geleitet. Weder die schlecht funktionierende Toilettenspülung noch die Vorstellung mit diversen insektenartigen Schlafgenossen das Bett teilen zu müssen, konnten an dem Gefühl von Zufriedenheit und Vorfreude etwas ändern, das mich nun überfiel: Der Zufriedenheit, nun endlich angekommen zu sein, und die 3 Freude, diese komplett andere Welt, die ich bei meiner Ankunft eher als Zuschauer einer Fernsehdokumentation denn als interaktives Mitglied wahrgenommen habe, kennen lernen zu dürfen. Nach kurzer musikalischer Unterbrechung meiner Tiefschlafphase durch das 04:00 Uhr-Gebet des benachbarten Muezzins, wurde ich am nächsten Morgen meinen 20 Mitbewohnern vorgestellt - bzw. sie stellten sich mir vor. Mit fünf indischen Kindern an jeder Hand und einer weiteren riesigen Packung Herzlichkeit wurden wir in einen der beiden Hostelräume geführt, die als Schlaf-, Spiel- und Studierzimmer dienen. Es dauerte Tage meine Umwelt als tatsächliche Realität wahrzunehmen, Wochen um mich daran zu gewöhnen und Monate bis diese völlig neue Umgebung zum Alltag geworden war. Doch es passierte. Im fahrenden Bus wurde die Hitze zur Zudecke, der Lärm zur Gute-Nacht-Musik und die vielen Schlaglöcher zu Schlaflöchern, die mich sanft meinen Träumen entgegen wiegten. Genauso löste der Lungi immer mehr die Hose ab, die rechte Hand Messer und Gabel und die linke Hand das Toilettenpapier. Dass mich die Menschen auf der Straße anstarrten oder mir „hey Großer“ hinterher riefen, bemerkte ich irgendwann gar nicht mehr. Und die Unbedarftheit der Touristen, die auf alle Standardabzocken hereinzufallen schienen, brachte mich zum Lachen und ich konnte mir nicht mehr vorstellen, dass das auch einmal bei mir gewirkt hat. (Bis mich Sebastian daran erinnerte, dass wir einmal dem Rikschafahrer den doppelten Preis gezahlt haben, weil er uns weisgemacht hatte, dass wir ja schließlich auch zwei Personen waren...). Auch die Kinder die uns am Anfang nur als „brother“ titulierten, wurden tatsächlich unsere kleinen Brüder.

Doch auch der Himmel der Euphorie, die mich die ersten Monate alles als wunderbar sehen ließ, klärte sich und all die Schwierigkeiten, denen man sich immer wieder aufs Neue stellen musste, erschöpften mich. Deshalb wusste ich gegen Ende des Jahres, obwohl der Gedanke die Kinder verlassen zu müssen, schmerzte, dass es Zeit war zu gehen. Wieder musste ich meine Familie und meine Heimat zurücklassen – nur dieses Mal war sie indisch.

   
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