Die internationale Arbeitsorganisation ILO definiert Kinderarbeit als "bezahlte oder nicht bezahlte regelmäßige Arbeit von 5 - bis 15-jährigen in oder außerhalb der Familie". Allein in Indien gibt es wohl mehr als 40 Millionen Kinderarbeiter, die durchschnittlich 25 Prozent des Familieneinkommens aufbringen.
Im indischen Gesetz zur Kinderarbeit "Child Labour Act" von 1986 wird Kinderarbeit nicht generell verboten. Verboten werden eine Reihe von Arbeiten unter gefährlichen Bedingungen gemäß der ILO-Konvention 182 über die schlimmsten Formen der Kinderarbeit. Die ursprüngliche Liste der verbotenen Tätigkeiten wurde in den letzten Jahren erweitert. Außerhalb der Liste ist Kinderarbeit weiterhin legal.
Trotz dieser ohnehin unzureichenden Vorschriften sieht die Realität anders aus. So findet man zahlreiche Kinderarbeiter in kleinen Fabriken. Darüber hinaus müssen viele Kinder ihr Geld als Müllsammler, Straßenverkäufer, als Haushaltshilfen, in Restaurantküchen oder durch Prostitution verdienen. Fast alle arbeiten unter Bedingungen, die ihre Gesundheit gefährden – nicht selten bis zu 70 Stunden in der Woche. Damit bleibt ihnen jede Chance verwehrt, jemals eine Schule zu besuchen.
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