KINDERARBEIT IN INDIEN
Die internationale Arbeitsorganisation ILO definiert Kinderarbeit als "bezahlte oder nicht bezahlte regelmäßige Arbeit von fünf- bis 15-jährigen in oder außerhalb der Familie". Allein in Indien gibt es mehr als 40 Millionen Kinderarbeiter, die durchschnittlich 25 Prozent des Familieneinkommens aufbringen. Verboten ist Kinderarbeit in Indien lediglich in Fabriken und im Bergbau sowie in gefährlichen Bereichen. Artikel 39 der indischen Verfassung fordert, Kindheit und Jugend vor Ausbeutung, materieller und moralischer Vernachlässigung zu schützen. Trotz dieser ohnehin unzureichenden Vorschriften sieht die Realität anders aus. So findet man zahlreiche Kinderarbeiter in der Textil- und Teppichindustrie, im Bereich der Metallverarbeitung, in der Bauindustrie sowie bei der Streichholzherstellung. Darüber hinaus verdienen viele Kinder ihr Geld als Müllsammler, Straßenverkäufer, als Haushaltshilfen, in Restaurantküchen oder durch Prostitution. Fast alle arbeiten unter Bedingungen, die ihre Gesundheit gefährden – nicht selten bis zu 70 Stunden in der Woche. Damit bleibt ihnen jede Chance verwehrt, jemals eine Schule zu besuchen. Eine allgemeine Schulpflicht gibt es in Indien bis heute nicht, die Alphabetisierungsrate liegt bei unter 50 Prozent. Bildung aber ist ein wesentliches Element im Kampf gegen Kinderarbeit. Selbst ein Minimum an Bildung ist in der Regel der Schlüssel zu einem besseren Verdienst und kleineren Familien, die ihre Kinder statt zur Arbeit zur Schule schicken. Viele Kinderhilfsorganisationen fordern deshalb seit Jahren nicht nur die Schulpflicht für alle Kinder, sondern auch genügend Grundschulen und qualitativ gute Bildung für alle.
Zahlreiche Organisationen helfen indischen Kinderarbeitern, bauen Brücken zu ihnen. HELGO ist eine der wenigen, die eine Brücke zu den Slums von Howrah in Kalkutta erreichtet haben.
Abfallsammler auf der Strasse
Kinderarbeit in Eisengießerei
Kinderarbeit auf Müllberg